Die Aufzeichnungen über die
Anfänge der organisierten Kaninchenzucht in Gersbach beginnen in einer
Zeit, in
der das Kaninchen in erster Linie als Nahrungslieferant gehalten wurde.
Eine
gute Handvoll Tierliebhaber saß im Jahre 1929 beisammen und fachsimpelte
über
Kaninchen, denn jeder von ihnen war Besitzer von den im Volksmund so
genannten
"Stallhasen". Damit die Vereinsgründung ordnungsgemäß ablief, berief
man eine Gründungsversammlung ein: Anwesend waren Adam Wagner, Heinrich
Schindeldecker, Robert Schindeldecker, Heinrich Eger, Robert Wagner
sowie Otto
Sprau.
Die erste zukunftsweisende Handlung war das Austauschen der Bastardhasen
gegen
Rassenkaninchen. Für das Sammeln der Felle wurde eigens eine
Vereinssammelstelle eingerichtet. Als die Tiere durch Rassetiere ersetzt
waren,
trat man mit dieser Erstausstattung an die Öffentlichkeit. Bei der
ersten Schau
im November 1930 konnte der Verein schon stolze 64 Tiere dem
Preisrichter zur
Bewertung vorstellen. In den folgenden Jahren ging der Verein intensiv
der
Kaninchenzucht nach und stellte seine Tiere auch bei den Schauen auf
Kreisebene
aus. Die Kaninchenzüchter nutzten den Besuch von Tagungen auf Kreisebene
zur
Pflege der Geselligkeit. Meist war man zu Fuß unterwegs, deshalb wurden
diese
Wanderungen als Vereinsausflug deklariert.
Im Jahre 1938 stellte er Verein zum ersten Mal Tiere auf der
Landesfachgruppenschau in Saarbrücken aus. Von den 26 ausgestellten
Tieren erhielten
25 einen Preis. 1939 bis 1941 konnten wegen des Krieges keine Schauen
abgehalten werden und das Vereinleben ruhte.
Über die Jahre danach liegen keine Aufzeichnungen vor. Schließlich traf
man
sich am 3. Januar 1959 in der „Alten Wirtschaft Sandt" bei den
Wirtsleuten
Huber, um bei Anwesenheit des damaligen 2. Landesvorsitzenden Otto
Bierdorf und
dem damaligen Kreisvorsitzenden Otto Bachert den Verein P17 Gersbach
wieder ins
Leben zu rufen. Es waren 22 Gleichgesinnte, die sich zur Versammlung
zusammenfanden,
um die Vereinstätigkeit wieder aufzunehmen. Im Wiedergründungsjahr wurde
Hugo
Clauer zum 1.Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter war Ottmar
Müller. Den
Posten des Schriftführers übernahm Richard Clauer. Als Kassenwart wurde
Walter
Schindeldecker eingesetzt. Zum Zuchtwart wählte man den erfahrenen
Züchter
Heinrich Schindeldecker. Das Amt des Tätowiermeisters lag in den Händen
von
Werner Müller. Aller Neuanfang war schwer. In erster Linie braucht man
Mitglieder, um mit den finanziellen Schwierigkeiten fertig zu werden.
Aber
bereits am 19. Juli 1959 trat der Verein mit seiner ersten Jungtierschau
an die
Öffentlichkeit. Die Folgezeit wurde für die Zucht und den weiteren
Aufbau des
Vereins genutzt. So wurde eine Jugendgruppe gegründet, und viele
Zuchtfreunde
kamen hinzu. Auch Mitglieder aus Bottenbach, Großsteinhausen und
Vinningen
gehörten und gehören dem Verein an. Von da an ließ die Aktivität der
Züchter
nicht mehr nach. Unter dem Vorsitz von Hermann Huscher wurde im Jahr
1968 auf
einem Wiesengrundstück von dem Züchter Emil Kunz ein eigenes Zelt
errichtet.
Von diesem Zeitpunkt an wurden viele Jungtierschauen in dem Zelt
abgehalten. Im
Jahre 1969 gründeten die Züchterfrauen eine eigene Frauengruppe, deren
erste
Vorsitzende Erika Weber wurde.
Die Jugendarbeit, die Zucht und die Verbesserung der Kaninchenrassen
wurden
beim Kaninchenzuchtverein stets großgeschrieben. Die Jugendgruppe
belegte auf
großen Kreis- und Landesschauen immer erste Plätze. Viele Züchter des
Gersbacher Vereins waren und sind weit über die Grenzen des
Landesverbandes
bekannt, hier seien nur einige Namen genannt: Heinrich Schindelecker,
Hermann
Wagner, Alfons Müller und Ottmar Müller. Neben dem züchterischen
Element, das
den Verein in der Öffentlichkeit auszeichnet, stehen aber die
Geselligkeit,
Kameradschaft und Geschlossenheit nicht hinten an. Im Jahr 1977 wurde
der
Kaninchenzuchtverein ein eingetragener Verein und hat seit 1. April die
Bezeichnung „Kaninchenzuchtverein P17 Gersbach e.V.“
Im Jahre 1979 feierte er Kaninchenzuchtverein sein 50-Jähriges Bestehen.
Emil
Kunz, erster Vorsitzender, konnte im bis auf den letzen Platz besetzten
Saal
Tomajer das Festbankett eröffnen und den Schirmherrn der Veranstaltung,
den
damaligen Oberbürgermeister Karl Rheinwalt, begrüßen. Im Jubiläumsjahr
zählte
der Verein 65 Mitglieder. In den vergangenen Jahren entwickelte sich im
züchterischen Bereich des Kaninchenzuchtvereins Gersbach ein
Leistungsbestand,
den man, ohne überheblich zu sein, zu den besten des Kreises Pirmasens
zählen
kann.
Im Jubiläumsjahr 1989 konnte der Verein unter Führung von Dieter Kunz in
der
Alten Wirtschaft Sandt sein 60-Jähriges Jubiläum begehen. Zeitweise
wurden in
diesen Jahren im Verein rund 1000 Kaninchen gekennzeichnet, was im
Kreisverband
einmalig ist. In den folgenden Jahren beteiligte sich der Verein an den
Dorffesten und hielt auch viele gesellige Veranstaltungen ab. Viele
fanden auf
dem Grundstück der Familie Kunz statt: Vom Vatertagsfest, Grumbeerebrode
bis
zum Hammelbraten. Erstmals wurde 1991 ein Kleintiermarkt veranstaltet.
Hier
konnten alle Kleintierhalter, nicht nur Vereinsmitglieder, ihre Tiere
zum
Verkauf oder Tausch anbieten. Im Angebot waren in diesem Jahr Hühner,
Tauben,
Meerschweinchen und Kaninchen. Im Jahre 1996 wurde mit dem
Kaninchenzuchtverein
Bärental aus Frankreich Kontakt geknüpft und die Schau der Zuchtfreunde
in
Bärental zum ersten Mal besucht. Die Aktivität der Züchter lässt aber
nicht
nach, sei es im örtlichen Vereinsleben, im Kreisverband Pirmasens wie im
Landesverband Rheinland-Pfalz oder bei größeren Schauen innerhalb des
Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter, wo man gerade in den
letzten
Jahren eine wesentliche Rolle spielte. Auf vielen überregionalen
Veranstaltungen konnten Gersbacher Züchter vorderste Plätze belegen.
Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang die Familien Kunz und Hutzler,
die
seit Jahren konstante Ergebnisse liefern. Nicht vergessen werden darf
die
Jugendgruppe unter der Leitung von Günther Kunz. Voller Stolz darf man
behaupten, dass sie zur Elite des Landesverbandes zählt. Ihr gehören
Marcus
Kunz, Christa Kunz, Patrick Wagner, Andrea Schäfer, Sebastian Schäfer,
Nina
Görlich und Ina Görlich an.
Im Jahre 1996 war es nun soweit: Die Gersbacher Kaninchenzüchter konnten
erstmals in der neuen Mehrzweckhalle ihre Kaninchenschau durchführen,
und man
war sehr dankbar für den Zuspruch und Besuch der Gersbacher Bürger und
auswärtigen Gäste sowie unserer Zuchtfreunden aus Frankreich.
In den folgenden Jahren hat der Kaninchenzuchtverein auf vielen Bundes-,
Landes-, Club- und Sonderschauen seine Tiere gezeigt und konnte Kreis-,
Landes-
und Bundesmeistertitel erringen. Stolz sind wir auch auf unseren
Vorsitzenden
Emil Kunz, der den Titel „Meister der Rheinland-Pfälzischen
Kaninchenzucht”
erhielt. Ebenfalls hat er die „ Kammerpreismünze in Silber” für die
Leistungen
mit seinen Kaninchen der Rasse Kleinsilber schwarz. Diese Auszeichnung
erhielten auch unsere Züchter Steffen Hutzler für die Rasse Kleinwidder
weiß
und Dieter Kunz für die Rasse Hasenkaninchen braun. Im Jahre 1996
knüpften wir
Kontakt mit einem Kleintierzuchtverein aus Frankreich. Unter dem Vorsitz
von
Raymont Schubel (Bärenthal) und Emil Kunz (Gersbach) präsentierte der
Kaninchenzuchtverein seine Tiere. Bei der ersten Ausstellung 1998 bei
unseren
Zuchtfreunden in Bärental in Frankreich wurde unser Verein durch die
Züchter
Dieter Görlich, Thomas Wagner, Günther Kunz, Dieter Kunz, Christa Kunz,
Marcus
Kunz, Emil Kunz, Heinz Kuntz und Andrea Schäfer vertreten.
Zu Beginn des Jahres 2000 teilte uns unser 1. Vorsitzender Emil Kunz
mit, dass
er aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz nicht mehr ausüben kann. Er
führte
die Geschicke des Vereins mit Unterbrechungen 21 Jahre.
Wie soll man einen Züchter ersetzen, der dieses Amt Jahrzehnte lang
ausübte und
eine enorme Erfahrung in allen Belangen der Kaninchenzucht besaß. Doch
auch
hier wurde ein Weg gefunden. Mit Heinz Kuntz, der relativ spät den Weg
zur
Kaninchenzucht fand, erhielten wir einen 1. Vorsitzenden, der fortan die
Geschicke des KZV P17 Gersbach in die richtigen Bahnen lenken sollte.
Der
scheidende 1. Vorsitzende Emil Kunz wurde ab 01.02.2000 zum
Ehrenvorsitzenden
ernannt.
Ab Frühjahr 2000 wurden auch wieder Tierbesprechungen von unserem
Zuchtwart und
Landesschulungsleiter Fred Wagner durchgeführt. Diese lehrreichen, aber
manchmal
auch lustigen Stunden, wurden auch von unseren Zuchtfreunden aus P37
Fehrbach,
P124 Höheinöd sowie P113 Rodalben/Heide regelmäßig besucht, was einen
regen
Austausch der einzelnen Zuchtmethoden nach sich zog.
Die züchterischen Erfolge des KZV P17 Gersbach zeigten sich bei der
Landesjungtierschau in Frankenthal. Die Aktiven erreichten den 1. Platz,
die
Jugendlichen belegten den 2. Platz. Außerdem erreichte der Verein
Einzeltitel.
Auch die Geselligkeit kam im Verein nicht zu kurz, so konnte unser
allseits
beliebtes Grumbierebrode mit großem Erfolg durchgeführt werden.
Erstmals besitzt der KZV P17 Gersbach einen Europameister, dieser Titel
wurde
von unserem Zuchtfreund Steffen Hutzler mit seinen Kleinwiddern weiß bei
der
Europaschau in Wels/Österreich erreicht.
Auch im Jahr 2001 waren die Bemühungen des KZV P17 im Zuchtbereich recht
groß,
so wollten wir auch unseren Tieren etwas gutes tun, indem wir nochmals
große
Ausstellungskäfige kauften, so dass wir unsere Tiere durchweg angemessen
präsentieren können.
Auch unsere Jugend ist wieder vorne mit dabei, so erreichten unsere
Jugendzüchter Christa Kunz, Andrea Schäfer sowie Björn Wagner bei der
Landesjugendjungtierschau in Beindersheim einen 2. Platz, auch die
erneute
Kreismeisterschaft sowie der 2. Platz der Jugendabteilung steht zum
Jahresabschluss zu Buche.
Trotz der großen Entfernung präsentierte sich der KZV P17 auch bei der
Bundesschau in Bremen. Zuchtfreund Dieter Kunz machte sich auf den Weg,
um die
Tiere sicher zu transportieren.
Mit einem lachenden und einem weinenden Augen muss man sagen, alle Jahre
wieder
verliert der KZV PJ17 Gersbach einen Jugendzüchter. Jedoch wechseln alle
ohne
Ausnahme zu den Aktiven und das mit großem Erfolg:
Europameister Steffen Hutzler
Deutscher Meister Steffen Hutzler
Landesmeister Martin Kunz
2. Vorsitzender, Kreismeister Christian
Amschler
Kreismeister & Landesmeister Marcus
Kunz
Kreismeister & Landesmeister Christa
Kunz
Bleibt nur zu hoffen, dass sich auch wieder neue Jugendliche finden, um
den
Leistungsstand zu erhalten.
Erstmals wurden die Gersbacher Züchter mit der neuen Hasenkrankheit
(Entereocolitis) konfrontiert. Für viele ein Schock, waren doch recht
hohe
Tierausfälle zu verzeichnen. Bleibt nur zu hoffen dass ein Weg gefunden
wird,
der für alle Kaninchenzüchter von Erfolg gezeichnet ist.
Trotz allem hatten wir wieder hervorragendes Tiermaterial zur Verfügung,
was
uns mit 10 Einzeltiteln sowie dem 1. Platz der Jugendgruppe und dem 2.
Platz
der Aktiven bei der Kreisschau in Donsieders bestätigt wurde. Außerdem
erreichten die Züchter Günther und Martin Kunz, sowie Emil Kunz bei der
Vereinigten Clubschau in Frankenthal einen 1. Platz. Bei der
Landesjungtierschau in Bruchweiler erhielt Steffen Hutzler als bester
Aussteller die große silberne Plakette des Wirtschafsministers von
Rheinland-Pfalz.
Die Tierzahl wird rückläufig. Es wird schwierig die neue
Stoffwechselkrankheit
in den Griff zu bekommen, umso bewundernswerter ist es mit welcher
Energie
unsere Züchter versuchen ihre Tiere über alternative Fütterungsarten
gesund zu
erhalten. Auch 2003 waren uns wieder recht große Erfolge beschieden, sei
es bei
der Bundesschau in Stuttgart für den deutschen Vizemeister Werner
Hutzler
(Deutsche Kleinwidder rhönfarbig), der Landesclubschau in Hanau/Hessen
für Dieter
Kunz (Hasen), sowie bei der bundesoffenen Widerclubvergleichsschau in
Eutin für
Emil Kunz (Kleinwidder blau, Siegertier 96,5 Punkte). Auch die
Kreisschau 2003
wurde wieder Sache des KZV P17 Gersbach: 1. Vereinsmeister Aktive; 2.
Vereinsmeister Jugend sowie 10 Einzeltitel.
Andrea Schäfer wurde bei der Bundesschau in Stuttgart Deutsche
Jugendmeisterin
mit der Rasse „Sachsengold“. Trotz allem kam auch in all den Jahren die
Geselligkeit nicht zu kurz. Sei es bei unserem Grumbierebrode, wobei
Emil Kunz
und Edwin Schindeldecker mittlerweile „Ehrengrumbierebroder“ sind oder
unserem
Jahresabschluss für Züchter und Helfer, wo immer einige Anekdoten aus
früheren
Tagen zum Besten gegeben werden. Auch die Tierbesprechungen mit unseren
Gastvereinen werden immer beliebter und wenn man aufpasst auch
lehrreicher.
Eines sollte man für die Zukunft nicht vergessen: Kaninchenzucht ist ein
Hobby
und sollte Hobby bleiben bei welchem man sich auch im
zwischenmenschlichen
Bereich austauschen und viele schöne Stunden bei seinen Tieren
verbringen kann.
Aber in unserem Verein haben wir viele begeisterte Züchter aus Gersbach
und
Umgebung, die gerne in unseren Reihen mitarbeiten. Dies ist aber nur
möglich,
weil der Verein in den letzten 75 Jahren durch folgende Vorsitzende gut
geführt
wurde: Adam Wagner, Otto Sprau, Hugo Clauer, Günter Huber, Hermann
Huscher,
Walter Schindeldecker, Werner Müller, Dieter Kunz, Fred Wagner, Emil
Kunz und
Heinz Kuntz. Es soll nicht vergessen werden, all denen zu danken, die in
den
vielen Jahren ihre Tatkraft in den Dienst der Kaninchenzucht stellten.
Dank sei auch gesagt all den passiven Mitgliedern, die dem Verein zur
Seite
stehen und nicht zuletzt der einheimische Bevölkerung.
Der Wunsch der Vorstandschaft ist, dass mit dem Blick nach vorne
weiterhin harmonische
Arbeit gemeinsam geleistet wird, denn nur so ist ein lebensnotwendiges
Wachsen
und Bestehen möglich.